Sonntag, 7. August 2022
Sonntag, 27. März 2022
Singen
Als Kind sang ich aus Freude.
Oder um mir Mut zu machen. Ich sang mir sozusagen Mut an.
Später sang ich im Jugendgottesdienst
oder mit meiner Freundin in der freien Natur
und spielte dazu Gitarre.
Auf der ostfriesischen Insel Langeoog
erlebte ich das sogenannte "Dünensingen".
Jung und Alt trifft sich an den Dünen,
um zu Akkordeonmusik gemeinsam Fahrten- und Seemannslieder zu singen.
Vor einiger Zeit fuhr ich mit dem Fahrrad über die Felder
und sang dabei ein wenig vor mich hin.
Ein am Wegrand stehender älterer Herr rief daraufhin spontan aus
"Da singt noch jemand! Ist das schön...."
Singen verliert in unserer Kultur
zunehmend an Bedeutung.
Das ist sehr schade.
Unsere Stimme ist das Instrument unserer Seele, finde ich.
Mit ihr können wir so vieles in uns zum Ausdruck bringen.
Sonntag, 16. Januar 2022
Trommeln
Meine afrikanische Trommel (Djembe) stammt von der Elfenbeinküste.
Sie wird mit den Händen getrommelt.
Ich finde sie sehr schön.
Das Klavier und die Trommel:
Unterschiedlicher
könnten Musikinstrumente nicht sein.
Das eine repräsentiert für mich Kultur,
das
andere Natur.
Und beide gehören zusammen.
Wenn ich in der Stimmung bin zu trommeln,
kann
das Klavierspielen nur bedingt helfen.
Besser wäre ein Waldlauf.
Das Klangspektrum einer Djembe ist vielfältig.
Man kann mit ihr "leise flüstern", aber auch kraftvolle Rhythmen spielen.
Trommeln sollte man eigentlich nicht in Räumen.
Eher an einem (menschenleeren) Strand oder in der Wüste.
Das Trommeln braucht Weite, den weiten Klangraum.
Ich kann drei Trommelrhythmen (Disco, Berber,
Elefante)
und habe noch ein paar eigene Rhythmen kreiert.
Wenn man ein Musikinstrument wirklich s p i e l
t (im eigentlichen Wortsinne),
dann ist man dem Improvisieren schon ganz nahe.
Das Improvisieren ist für mich eine Begegnung
mit dem Instrument,
eine Annäherung.
Am schönsten trommeln auf einer Djembe immer noch die Afrikaner, finde ich:
"Oyin momo ado"
Sonntag, 28. November 2021
Macht hoch die Tür'
die Tor' macht weit
es kommt der Herr der Herrlichkeit
Ein König aller Königreich'
ein Heiland aller Welt zugleich
der Heil und Segen mit sich bringt
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott
mein Schöpfer, reich von Rat.
Sonntag, 19. September 2021
Johann Pachelbel (1653-1706)
Interpretin: Irene Choi
Der
„Kanon in D-Dur" (urspr. Titel "Canon a 3 Violini con Basso continuo")
ist ein Werk, das der Barockkomponist Johann
Pachelbel
um das Jahr 1700 schrieb.
Durch eine glückliche Fügung entdeckte ich nun, daß es davon eine gute
Klavierbearbeitung von Lee Galloway aus dem Jahre 2000 gibt.
Und ich entdeckte mit Freude die Interpretation von Irene Choi, die ich zum
Vorbild für meine eigene – etwas langsamere – Interpretation nahm.
Welches Glück, dieses kostbare Stück spielen zu dürfen…
Sonntag, 27. Juni 2021
Vor wenigen Jahren hatte ich, als der Sommer nahte, Lust,
das Stück 'Summertime' von George Gershwin zu hören.
Besonders gut gefällt mir die Interpretation von Patricia Kaas.
es auf dem Klavier zu spielen.
ein Arrangement der Pianos of Cha'n, von dem ich 'hin und weg' war:
Es klingt so leicht und beschwingt, wie der Sommer sich anfühlt....
Sonntag, 23. Mai 2021
Sonntag, 9. Mai 2021
Desiderata
Ich möchte das noch nicht gesagte Wort sagen
den noch nicht begangnen Weg wagen
ich möchte sehn, was die Augen nicht sehn
Ich möchte lauschen den nicht hörbaren Tönen
das hinter dem Sichtbaren Liegende verstehn
und mich mit dem schwer Verstehbaren versöhnen.
Einer der schönsten Filme, die ich
gesehen habe, ist die ARTE-Dokumentation von Daniela Schmidt-Langels über die
litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla,
die 2016 mit 29 Jahren als erste
Frau an die Spitze des renommierten
City of Birmingham Symphony Orchestra berufen wurde.
Meines Erachtens ist sie eine
außergewöhnliche Frau. Als Dirigentin nahm sie nicht die übliche Laufbahn des Instrumentalstudiums, sondern kommt vom Chordirigieren her. Sie
sagt, sie nähere sich den Partituren über das Singen. Musikalisch ist sie sehr vielseitig,
offen, experimentierfreudig und voller Begeisterung für das, was sie tut. Ihr
Führungsstil ist kooperativ, zuweilen steht sie während einer Aufführung nur da
und lauscht dem Orchester oder Solisten oder der Solistin, ohne zu dirigieren.
Und doch hat sie auch klare eigene Vorstellungen.
Als Frau hat sie eine bezaubernde Ausstrahlung, wie ich finde.
Für das Porträt begleitete Daniela Schmidt-Langels die Künstlerin eineinhalb Jahre lang. Es sind wunderbare Aufnahmen, auch in der Heimat der Künstlerin (u.a. auf der faszinierenden Kurischen Nehrung); die Kamera wirkt ruhig und unaufdringlich im Hintergrund.
Der komplette Film findet sich unter
diesem Link:
https://gloria.tv/post/iQZsw6dW8XQj1immn2DVCUUfk
In YouTube ist der Film unter dem Titel
"Mirga Gražinytė-Tyla - Going for the impossible" (Part 1-4) auffindbar.
Die Sprache im Film ist überwiegend Deutsch,
da Mirga Gražinytė-Tyla in Graz studiert hat
und sehr gut deutsch spricht.
Sonntag, 25. April 2021
Montag, 29. März 2021
Sonntag, 28. Februar 2021
Frühling
Sieh‘ doch
wie neu erwacht
was schon verloren schien
wie sich ein neuer Zauber
über alles Leben legt
wie stumm Geglaubtes singt
und sich das Blatt zum Licht hin wendet
wie sich die Seele wiegt im neuen Kleid.
(aus meinem Gedichtband 'Unbetretnes Land',
deutscher lyrik verlag, Aachen, 2021)
Mein Lebensstil ist puristisch, könnte man sagen.
Obwohl ich
einen ausgeprägten Sinn für alles Schöne habe,
versuche ich, so reduziert
wie nur möglich zu leben. In jeder Hinsicht.
Ich
versuche, aus wenig viel zu machen.
Einen
Blütenzweig im Garten zu schneiden, anstatt Blumen zu kaufen.
Mich zu
freuen und dankbar zu sein für das, was ich habe.
Auch mal
einen Mangel auszuhalten.
Oder einen
Verzicht.
Das gibt mir
ein Gefühl von Raum, Ordnung und Freiheit.
Das Buch,
das Musikstück,
das Seidentuch, das ich mir schon seit langem wünschte.
Zum Frühlingsbeginn höre ich gerade sehr gerne den dritten Satz (Schlusssatz)
aus dem
"Frühlingskonzert" von "Die vier Jahreszeiten" (Antonio Vivaldi).
Herr Vivaldi beschrieb diesen Satz als "Hirtentanz",
als Tanz von Nymphen und Schäfern,
und ich finde, er eignet sich wunderbar,
um sich anmutig dazu zu bewegen, um zu tanzen.
Nachfolgend das komplette Frühlingskonzert
in einer sehr lebendigen, sehr schönen Aufnahme.
Viel Freude beim Hören.
