Sonntag, 11. Juli 2021

 

Am Rande unseres kleinen Dorfes leben Hühner, Ziegen und Lamas (sic!)

in friedlicher Koexistenz.

 


 

Als ich die Lamas zum ersten Mal sah, dachte ich an eine Erscheinung. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, daß sie sich in unseren Breitengraden wohlfühlen. Doch sie wirken nicht unzufrieden.

Es sind ruhige und freundliche Tiere, an denen wir Menschen Entschleunigung lernen können. Sie schaffen es, lange am selben Ort zu verharren und einfach nur still und aufmerksam in die Landschaft zu blicken.

Vor drei Jahren fuhr ich am Dienstag nach Ostern mit dem Fahrrad am Ziegengehege vorbei und sah drei sehr kleine Ziegen darin. Ich fragte die Besitzerin, die gerade im Garten war, wie alt die Tiere seien, und sie entgegnete, sie seien „von gestern". Dann schilderte sie mir die Geburt und ich fragte, ob sie schon Namen hätten. Ja, die am Zaun stehenden Kinder hätten die Namen vergeben dürfen: Momo, Mia und Mocca. „Mocca" hatten die Kinder die dunkelste Ziege getauft.




                                                                Mocca



In den folgenden Wochen und Monaten fuhr ich öfter am Ziegengehege vorbei, um nach den dreien zu schauen und ihre Entwicklung zu beobachten. Mittlerweile kann ich nur noch Mocca von allen anderen Ziegen unterscheiden, denn es gab seitdem immer wieder Nachwuchs.

Seit kurzem haben auch Mocca und seine "Frau" Nachkommen: 









Sonntag, 27. Juni 2021





Vor wenigen Jahren hatte ich, als der Sommer nahte, Lust, 

das Stück 'Summertime' von George Gershwin zu hören.

Besonders gut gefällt mir die Interpretation von Patricia Kaas.

                             


Nachdem ich das Stück gehört hatte, kam das Bedürfnis,

es auf dem Klavier zu spielen.

Beim Sichten der verschiedenen Bearbeitungen fand ich 

ein Arrangement der Pianos of Cha'n, von dem ich 'hin und weg' war:

                                  


                                          George Gershwin, 'Summertime'
arrangiert und gespielt von den Pianos of Cha'n,
aus dem Album 'Inspirations'



Es benötigte einige Wochen, bis ich das Stück 

- langsamer als die Pianos of Cha'n -  recht gut spielen konnte,

doch es machte viel Freude, es einzuüben.

Es klingt so leicht und beschwingt, wie der Sommer sich anfühlt....


Am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnwend, übte ich die letzten Takte....

Seitdem spiele ich das Stück jedes Jahr um die Sommersonnwend.




Sonntag, 30. Mai 2021


 




"Möge das Leben Ihnen aufgehen

Tür um Tür

mögen Sie sich in die Fähigkeit finden

ihm zu vertrauen

und den Mut

gerade dem Schweren das meiste Vertrauen zu geben."

                   (aus: Rainer Maria Rilke, "Briefe an einen jungen Dichter")



Sonntag, 9. Mai 2021

 




Desiderata

 

 

Ich möchte das noch nicht gesagte Wort sagen

den noch nicht begangnen Weg wagen

ich möchte sehn, was die Augen nicht sehn

 

Ich möchte lauschen den nicht hörbaren Tönen

das hinter dem Sichtbaren Liegende verstehn

und mich mit dem schwer Verstehbaren versöhnen.

(aus meinem Gedichtband 'Unbetretnes Land',
deutscher lyrik verlag, Aachen, 2021)



Einer der schönsten Filme, die ich gesehen habe, ist die ARTE-Dokumentation von Daniela Schmidt-Langels über die litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla,
die 2016 mit 29 Jahren als erste Frau an die Spitze des renommierten
City of Birmingham Symphony Orchestra berufen wurde.

Meines Erachtens ist sie eine außergewöhnliche Frau. Als Dirigentin nahm sie nicht die übliche Laufbahn des Instrumentalstudiums, sondern kommt vom Chordirigieren her. Sie sagt, sie nähere sich den Partituren über das Singen. Musikalisch ist sie sehr vielseitig, offen, experimentierfreudig und voller Begeisterung für das, was sie tut. Ihr Führungsstil ist kooperativ, zuweilen steht sie während einer Aufführung nur da und lauscht dem Orchester oder Solisten oder der Solistin, ohne zu dirigieren. 
Und doch hat sie auch klare eigene Vorstellungen.

Als Frau hat sie eine bezaubernde Ausstrahlung, wie ich finde.

Für das Porträt begleitete Daniela Schmidt-Langels die Künstlerin eineinhalb Jahre lang. Es sind wunderbare Aufnahmen, auch in der Heimat der Künstlerin (u.a. auf der faszinierenden Kurischen Nehrung); die Kamera wirkt ruhig und unaufdringlich im Hintergrund.


Der komplette Film findet sich unter diesem Link:

https://gloria.tv/post/iQZsw6dW8XQj1immn2DVCUUfk


In YouTube ist der Film unter dem Titel

"Mirga Gražinytė-Tyla - Going for the impossible" (Part 1-4) auffindbar.


Die Sprache im Film ist überwiegend Deutsch,

da Mirga Gražinytė-Tyla in Graz studiert hat 

und sehr gut deutsch spricht.