Vor wenigen Jahren hatte ich, als der Sommer nahte, Lust,
das Stück 'Summertime' von George Gershwin zu hören.
Besonders gut gefällt mir die Interpretation von Patricia Kaas.
Nachdem ich das Stück gehört hatte, kam das Bedürfnis,
es auf dem Klavier zu spielen.
Beim Sichten der verschiedenen Bearbeitungen fand ich
ein Arrangement der Pianos of Cha'n, von dem ich 'hin und weg' war:
George Gershwin, 'Summertime'
arrangiert und gespielt von den Pianos of Cha'n,
aus dem Album 'Inspirations'
Es benötigte einige Wochen, bis ich das Stück
- langsamer als die Pianos of Cha'n - recht gut spielen konnte,
doch es machte viel Freude, es einzuüben.
Es klingt so leicht und beschwingt, wie der Sommer sich anfühlt....
Am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnwend, übte ich die letzten Takte....
Seitdem spiele ich das Stück jedes Jahr um die Sommersonnwend.
Sonntag, 30. Mai 2021
"Möge das Leben Ihnen aufgehen
Tür um Tür
mögen Sie sich in die Fähigkeit finden
ihm zu vertrauen
und den Mut
gerade dem Schweren das meiste Vertrauen zu geben."
(aus: Rainer Maria Rilke, "Briefe an einen jungen Dichter")
Sonntag, 23. Mai 2021
Sonntag, 9. Mai 2021
Desiderata
Ich möchte das noch nicht gesagte Wort sagen
den noch nicht begangnen Weg wagen
ich möchte sehn, was die Augen nicht sehn
Ich möchte lauschen den nicht hörbaren Tönen
das hinter dem Sichtbaren Liegende verstehn
und mich mit dem schwer Verstehbaren versöhnen.
(aus meinem Gedichtband 'Unbetretnes Land',
deutscher lyrik verlag, Aachen, 2021)
Einer der schönsten Filme, die ich
gesehen habe, ist die ARTE-Dokumentation von Daniela Schmidt-Langels über die
litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla, die 2016 mit 29 Jahren als erste
Frau an die Spitze des renommierten City of Birmingham Symphony Orchestra berufen wurde.
Meines Erachtens ist sie eine
außergewöhnliche Frau. Als Dirigentin nahm sie nicht die übliche Laufbahn des Instrumentalstudiums, sondern kommt vom Chordirigieren her. Sie
sagt, sie nähere sich den Partituren über das Singen. Musikalisch ist sie sehr vielseitig,
offen, experimentierfreudig und voller Begeisterung für das, was sie tut. Ihr
Führungsstil ist kooperativ, zuweilen steht sie während einer Aufführung nur da
und lauscht dem Orchester oder Solisten oder der Solistin, ohne zu dirigieren. Und doch hat sie auch klare eigene Vorstellungen.
Als Frau hat sie eine bezaubernde Ausstrahlung, wie ich finde.
Für das Porträt begleitete Daniela
Schmidt-Langels die Künstlerin eineinhalb Jahre lang. Es sind wunderbare
Aufnahmen, auch in der Heimat der Künstlerin (u.a. auf der faszinierenden
Kurischen Nehrung); die Kamera wirkt ruhig und unaufdringlich im Hintergrund.