Sonntag, 25. Februar 2024

 






"Denn weiter als der Himmel ist die Liebe...."


(Quelle: Fotografien über die Träume der Engel.
Axelrod, Gerald, Angelico, Liane.
Eulen Verlag, 2002)

                                                                                                                  




Sonntag, 4. Februar 2024

 



Die Würde des Menschen


Als ich als junge Schwester im Krankenhaus arbeitete,

wurde eine Frau eingeliefert, die direkt von der Feldarbeit kam.

Sie trug noch ihre Arbeitskleidung, die verschmutzt war,

und war verschwitzt.


Ich weiß noch, daß ich damals peinlich berührt war.

Ich denke, ich war noch zu jung, um zu verstehen,

daß die Würde des Menschen unabhängig ist

von seinem äußeren Erscheinungsbild.


Viele Jahre später gab es ein Geschehnis,

das mich noch viel tiefer bewegte.

Mama war beim Zeitungsaustragen nachts 

bei Glatteis gestürzt

und hatte sich eine Platzwunde am Kopf zugezogen,

die sehr blutete.

Sie stillte die Blutung mit dem, was sie bei sich trug,

und trug dann, tapfer, wie sie war, 

weiter Zeitung aus, bis sie fertig war.

Dann begab sie sich so, wie sie war,

direkt zu ihrem Hausarzt.


Dieser meinte, sie habe großes Glück gehabt,

daß die Blutung durch die große Kälte zum Stillstand gekommen sei.


Nun müsse man jedoch abwarten, bis ihr Notverband aufgetaut sei,

damit er die Wunde versorgen könne.


Er bat Mama, solange bei ihm in der Praxis zu bleiben,

und seine Frau, die in der Praxis mitarbeitete, bat er,

für Mama ein Frühstück zuzubereiten.

Er wußte, daß sie seit Stunden unterwegs gewesen war

und hungrig sein mußte.


Diese zutiefst menschliche Geste berührt mich noch heute.


Gerade in seiner Bedürftigkeit - gleich welcher Art -

ist der Mensch am meisten darauf angewiesen,

daß wir würdevoll mit ihm umgehen.



Sonntag, 14. Januar 2024

 


In der Stille der Frühe


In der Stille der Frühe 

sind die Dinge noch namenlos

sie sind


In der Stille der Frühe

sind Gefühle noch unbenannt

du fühlst


Alles hat seinen Ort

und möchte nichts mehr

als nur sein.


(aus meinem kleinen Gedichtband 'Andernorts',
deutscher lyrik verlag, Aachen, 2019)




Sonntag, 24. Dezember 2023

 

Heiligabend




Dietrich Fischer-Dieskau
"Großer Herr und starker König" (BWV 248)
aus dem "Weihnachtsoratorium" 
von Johann Sebastian Bach


Großer Herr und starker König

liebster Heiland, oh wie wenig

achtest Du der Erden Pracht


Der die ganze Welt erhält

ihre Pracht und Zier erschaffen

muß in harten Krippen schlafen



Sonntag, 3. Dezember 2023

 

Erster Advent




Als ich Kind war, liebte ich die Adventszeit ganz besonders,

und das ist bis heute so geblieben.


Die Häuser waren festlich geschmückt mit Symbolen der Hoffnung - 
Zweigen, Sternen und Engeln.


Mama backte wunderbare "Gutsle".

In der Schule und später im Internat wurde "gewichtelt".
Per Losverfahren wurde einem jemand zugewiesen, dem/der
man in der Adentszeit durch besondere Aufmerksamkeiten
(gute Worte, feine Gesten, kleine Geschenke) Freude bereiten sollte.
Dabei wußte niemand, von wem er/sie "betreut" wurde, man konnte
es nur an der Art der Aufmerksamkeiten erahnen.

In der Kirche wurde jeden Sonntag eine weitere Kerze
am Adventskranz entzündet.
Der Pfarrer trug noch nicht das festliche Gewand von Weihnachten,
sondern ein violettes, denn es war die Zeit der Buße und Umkehr.
Die Lieder, die man sang, waren voller Sehnsucht und Hoffnung
auf den Retter und Erlöser, der Frieden und Liebe zu uns Menschen bringen sollte.

Alles war voll festlicher Erwartung,
 und ich konnte es konnte es kaum erwarten,
dass es endlich Weihnachten wurde.