(hier: mit Michael Sayer)
"Wenn ich 'mal alt bin"
Herbst
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
(Rainer Maria Rilke)
Der
„Kanon in D-Dur" (urspr. Titel "Canon a 3 Violini con Basso continuo")
ist ein Werk, das der Barockkomponist Johann
Pachelbel
um das Jahr 1700 schrieb.
Durch eine glückliche Fügung entdeckte ich nun, daß es davon eine gute
Klavierbearbeitung von Lee Galloway aus dem Jahre 2000 gibt.
Und ich entdeckte mit Freude die Interpretation von Irene Choi, die ich zum
Vorbild für meine eigene – etwas langsamere – Interpretation nahm.
Welches Glück, dieses kostbare Stück spielen zu dürfen…
Eins sein
Nicht
hier
und doch da
fern und doch nah
schweigend
und doch beredt
Stille
die doch
versteht.
Es ist derselbe
Himmel, den wir sehen.
Es ist derselbe
Gott, zu dem wir flehen.
Da ist ein Band,
das alle zart umschließt.
Da ist ein Fluss,
der in uns allen fließt.
(aus meinem kleinen Gedichtband 'Andernorts',
deutscher lyrik verlag, Aachen, 2019)